Bad o Meh / Wind und Nebel

0 Posted by - 10. Juni 2013 - Filme, Konflikte, Lebenswelten

Iran 2011 / Mohammad Ali Talebi / 74 Minuten

Da der Vater des siebenjährigen Sahand Arbeit auf einem Ölfeld im Süden des Irans gefunden hat, muss die Familie aus dem fruchtbaren Norden in den heißen, trockenen Süden ziehen. Kurz darauf bricht der Krieg gegen den Irak aus. Sahand ist mit seiner Mutter allein zu Hause, als eine Bombe die Mutter tötet. Er selbst überlebt schwer traumatisiert.
Überfordert bringt der Vater Sahand und seine zwölfjährige Schwester Shooka zurück in ihr Heimatdorf, wo sie beim Großvater unterkommen. Die Ruhe und die Schönheit des Nordens sollen Sahand von seinem Trauma befreien.
Doch Sahand hat es schwer, wird von den anderen Kindern im Dorf gehänselt. Bei einem Ausflug an einen nahegelegenen See entdeckt er eine angeschossene Wildgans. Ihr Gefieder erinnert ihn an das weiße Kleid seiner Mutter, das sie am Tag ihres Todes trug. Der Großvater verbietet Sahand, sich um die Gans zu kümmern. Doch in der Nacht schleicht sich der Junge davon, um sie zu suchen.

Ein schöner und hoffnungsvoller Film, der eine klare Symbolsprache verwendet und mit einfachen Dialogen auskommt. Eine stimmungsgeladene, fast poetische Erzählung aus der Perspektive von Kindern, die sich dem Trauma und seiner Heilung widmet.

Sprache: Farsi mit deutschen Untertiteln
Themen: Kinderrechte, Krieg, Kriegsfolgen, Tod, Traumabewältigung, Trauer, Toleranz, Solidarität, Iran
Fächer: ab 5. Klasse – Religion/Ethik, Deutsch, Philosophie, PoWi

FSK: “Freigegeben ab sechs Jahren”
Träger des CiNEMA FAIRBINDET Preises 2011 des BMZ

Pressestimmen zum Film:
“Ein Meisterwerk wie Mohammad Ali Talebis ‘Wind und Nebel’, der bereits dritten Arbeit des Regisseurs, die seit 1995 ihren Weg ins Berlinale Kinderprogramm fand…” (FAZ)

“BAD O MEH ist ein herausragender Antikriegsfilm. In eindrucksvollen Bildern entwickelt der iranische Regisseur Mohammad Ali Talebis seine Geschichte…” (Der Tagesspiegel)

“Ich möchte zeigen, wie sehr Kinder unter Krieg leiden, sagt der Regisseur. Das gelingt ihm mit diesem Film auf eine stille und eindringliche Weise… Die Gegensätze, die in dem Film gezeigt werden sind nicht nur ästhetisch ein Genuss sondern auch aufgrund ihrer reichen Bildersprache. Die Natur ist friedlich und lindernd aber auch bedrohlich und gewaltig. Das Öl im Süden, gezeigt durch die Feuer-Fackeln, die den Fluss desselben bezeugen in Opposition zu den ruhigen grünen Wäldern und Seen im Norden.” (paperblog.com)

Kommentare von Kindern:
“Ein super Film, sehr gefühlvoll. Das Thema war Krieg und wie man sich fühlt, wenn Krieg ist.” (Enes)

“Man wird wirklich klüger, wenn man den Film sieht. Es war gut, dass die Schwester ihrem Bruder geholfen hat. Ich fand es schlimm, als die Kinder Sahand geärgert haben.” (Loay)

“Mir hat der Film sehr gut gefallen, weil er so emotional war. Er war traurig und ich mag traurige Filme.” (Pascal)

“Der Film war schön und traurig. Traurig, weil der kleine Junge so unglücklich war und wie ein kleiner Bruder. Der Film war aber auch schön, weil die Schwester Shooka ihren Bruder nicht im Stich gelassen hat.” (Mahmoud)
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Weiterführende Materialien
Materialien Cinema Fairbindet 2011/Bundeszentrale für politische Bildung